Die Geschichte der Christus-Gemeinde Barmbek-Süd reicht von ihren Anfängen in der Obdachlosenhilfe auf St. Pauli bis hin zu einer wachsenden Gemeinschaft, die heute neue Kirchen gründet und junge Leiter ausbildet.
Geschichte

Die Anfänge
Die Wurzeln der Gemeinde liegen in der sozial-evangelistischen Arbeit mit Obdachlosen um das Jahr 1900. Pastor Emil Meyer und sein Team suchten damals Menschen in den Kellerkneipen der Hamburger Innenstadt auf, um ihnen praktische Hilfe und das Evangelium anzubieten. 1906 wurde eine Villa in der Richardstraße erworben. Dort entstand die „Strandmission“, die gestrandeten Menschen den Weg zurück in die Gesellschaft ebnete. In dieser Zeit entwickelte sich die Gemeinde zu einem Treffpunkt der frühen Pfingstbewegung in Deutschland.
Mission auf St. Pauli
Der Erste Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus unterbrachen das Gemeindeleben massiv. Das soziale Werk „Haus Zuflucht“ in der Gluckstraße musste 1933 schließen. Nach der Zerstörung Hamburgs im Zweiten Weltkrieg begann die Arbeit fast bei null. Die Gemeinde mietete Räume auf St. Pauli unter dem Namen „Volks- und Straßen-Mission“. In dieser Zeit prägten engagierte Mitarbeiter wie Berta Kayser, von vielen Bewohnern „Engel von St. Pauli“ genannt, das Bild einer Kirche, die sich um die Notleidenden im Kiez kümmerte. Viele Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten fanden hier eine neue geistliche Heimat.
Aufbau in Barmbek
In den 1950er-Jahren trafen sich verschiedene Hauskreise an wechselnden Orten. 1964 schlossen sich diese Gruppen zusammen und kauften ein Haus in der Wagnerstraße. Mit der Anstellung von Reiner Tudzynski als Pastor im Jahr 1965 veränderte sich der Fokus. Die Gemeinde öffnete sich verstärkt für Kinder und Jugendliche. Da die Räume bald zu klein wurden, erwarb die Gemeinde ein ehemaliges Industriegelände in der Gluckstraße 7. Nach einem umfangreichen Umbau durch die Mitglieder wurde das heutige Gemeindehaus 1979 eröffnet.
Neue Gründungen
Ab den 1990er-Jahren weitete die Gemeinde ihren Blick über den eigenen Standort hinaus aus. 1996 wurde die erste Tochtergemeinde in Lüneburg gegründet. Im Stadtteil selbst entstanden ab 2001 neue soziale Dienste, wie ein Winterspielplatz für Nachbarn und die Unterstützung von Frauen in der Prostitution. 2005 folgte die Gründung einer weiteren Gemeinde in Barmbek-Nord. Diese Initiativen führten dazu, dass die Gemeinde stetig wuchs und neue Strukturen für die verschiedenen Aufgaben benötigte.
Teilung und heutiger Schwerpunkt
Aufgrund der Größe beschloss die Gemeinde 2009 eine organisatorische Teilung. 2011 entstanden daraus zwei eigenständige Gemeinden: die Christus-Gemeinde Bramfeld und die Christus-Gemeinde Barmbek-Süd. Das Gebäude in der Gluckstraße wurde 2013 kernsaniert. Seitdem ist die Gemeinde stark gewachsen. Ein aktueller Schwerpunkt der Gemeinde liegt in der Ausbildung. Es ist unser starker Wunsch, junge Pastorinnen und Pastoren in ihrer praktischen Ausbildung zu begleiten. Unsere Mission: „Gemeinsam Gott erleben und Hamburg lieben“.